Wohnbebauung Isoldenstraße, München

2007 bis 2012

Das Wohngebiet „Isoldenstraße“, gelegen in Nähe der Münchener Grünanlagen Luitpoldpark, dem »Mildred-Scheel-Bogen« und dem Nymphenburg Biedersteiner Kanal, ergänzt in gut erschlossener innerstädtischer Lage bestehende Wohnlagen zwischen den großräumlich wirkenden Grüninseln. Es ist ein besonderes Beispiel für die urbane Differenzierung privater Flächen in Bebauung und in räumlich unmittelbar zugeordneten Freiräumen. Das Konzept gewann den 1. Preis eines eingeladenen, zweistufigen Wettbewerbs, 2006. Preisträger waren die Architekten Schultz-Brauns & Reinhart in Kooperation mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten und Stadtplaner. Die Privatheit der Flächen des Gebietes und die „Wohnruhe“ werden strukturell durch die Anordnung der Bebauung, der Architektur und der Freiraumgestaltung ebenso gewährleistet wie die Einbindung des Wohn-Hofes in den stadträumlichen Kontext durch eine querende und vernetzende öffentliche Wegeführung. Die Hofbebauung wird über einen großzügig angelegten, gemeinschaftlich zu nutzenden Innenhof erschlossen: Der Zugang auf gepflasterten Gehwegen erfolgt von zwei gegenüberliegenden Seiten durch unterschiedlich ausgebildete torartige räumliche Fassungen. Das süd-östliche Tor an der Isoldenstraße ist durch einen drei Geschosse hohen Torbogen auf Stützen zwischen Erkern der beidseitigen Bebauung symbolisiert, die nordwestliche Fassung ist in die einseitig siebengeschossige Bebauung mit abgesenktem Erdgeschoß am »Kopf« des Hofes integriert. Man wird in die Tiefe des Hofes visuell hineingezogen. Tiefgarageneinfahrten liegen »außen«, an den örtlichen Erschließungsstraßen, Stellplätze für Besucher im umgebenden Straßenraum. Hauseingänge mit halbprivaten Vorgärten und private Gärten im Bereich der Terrassen im Erdgeschoß der Wohnungen mit Orientierung nach Süd-Westen liegen einander gegenüber. Balkone und Loggien befinden sich über den Terrassengärten. Entstanden ist ein halbprivater Charakter für die durchführenden Erschließungswege und für die dazwischen liegenden gemeinschaftlichen Flächen im Hofinneren. Die Freiräume verbinden das Gesamtgrundstück zu einer räumlichen Einheit für Blick- und Wegebeziehungen. Drei Rasenfelder, die das Thema der polygonalen Verschränkungen der Gebäude aufgreifen, wurden mit alten Sorten von Obstbäumen bepflanzt. Teile der Rasenflächen sind mit Rasenwaben befestigt, um die notwendige Feuerwehrzufahrt dort zu gewährleisten. Zwei Pergolen aus dunklem Metall mit integrierten Sitzgelegenheiten sowie ein flaches Wasserbecken mit hellem Betonrand steigern die Attraktivität des Hofes für den Aufenthalt und für die Tierwelt in Nähe des Wasserbeckens. Der so räumlich unter- teilte gemeinschaftliche Gartenhof ist als »Mitte« der Wohnanlage eindeutig erfahrbar und findet sein Zentrum im Bereich der Spiel- und Verweilangebote nahe der siebengeschossigen Bebauung. Spielgeräte aus Holz und Sitzelemente aus Beton ordnen sich der rahmensetzenden Gestaltung farblich und strukturell unter. Die Außenanlagen sind mit Elementen von geschnittenen Buchen-Hecken im gemeinschaftlichen Teil einheitlich raumbildend gefasst, die Eingangsbereiche bilden mit jeweils verschiedenen Sträuchern, Stauden und Gräsern ein farbenfrohes und repräsentatives Entree, das die Jahreszeiten spiegelt.

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